Bericht von der ÖSV- Präsidentenkonferenz am 26.11.2011
Am Samstag, den 26.11.2011 fand in Salzburg die Präsidentenkonferenz 2011 des ÖSV statt
Ein wichtiges Thema der Tagesordnung sollte der Bericht des Prüfungsreferenten über die Prüfungssituation des österreichischen Führerscheins FB 1-4 sein. Da mit 01.01.2012, aufgrund des VfGh –Entscheides, einen neue Prüfungsregelung auf die Ausbildungsstätten zukommen soll.
Der geschäftsführende Präsident OFENBÖCK Franz und alt Vize Heller Peter vertraten den YC- TM bei dieser Konferenz, um aus erster Hand die Neuigkeiten zu erfahren.
Um 1400 begann die Sitzung lt. Tagesordnung.
Hier die wesentlichen Statements dieser Präsidentenkonferenz.
Der 1. Bericht war der Bericht des Kassiers, der über die derzeitige ÖSV Lage referierte. Nach seiner Ausführungen dürfte er die Finanzmisere der letzten Jahre im Großen und Ganzen in den Griff bekommen haben.
Der 2. Bericht behandelte die Umwandlung der Werbe GesmbH des ÖSV, in eine SAILING GesmbH. In blumigen Worten wurden uns die Vorteile diese Konstrukts nahegebracht, immer wieder betonend wie professionell diese GesmbH für den österreichischen Segelsport in Zukunft arbeiten werden wird. Die staatlichen Stellen, mit denen Kontakt aufgenommen wurde, begrüßen angeblich diese zukunftsweisende Strategie des Verbandes.
Die Masse der Agenden des gemeinnützigen Segelverbandes sollen in diesen auf Gewinn ausgerichtete GesmbH verschoben werden. U.a. soll der Leistungssport und die ÖSTM in diesem eingegliedert werden.
Auf die Frage von HELLER ob die Subventionsauszahlende Bundessportorganisation(BSO) über diese Geldverschiebung an eine auf Gewinn ausgerichtete GesmbH (ist ja notwendig da der Leistungssport in der GesmbH angesiedelt ist) unterrichtet und einverstanden ist, wurde eingeräumt, dass noch einige Punkte zu klären seien.
Eine weiter Frage, die zwar nicht erörtert wurde, sind die österreichischen Staatsmeisterschaften. (Nach der derzeitigen Vorschrift der Bundessportorganisation dürfen NUR ordentliche Mitglieder, der BSO, österreichische Staatsmeisterschaften veranstalten. Da die auf Gewinn ausgerichtete Sailing GesmbH weder ein außerordentliches noch ein ordentliches Mitglied der BSO ist kann dies Fa. bestenfalls österreichische Meisterschaften veranstalten. )
Ein Funktionärs aus TIROL der als Schiedsrichter bei einer ÖSV Regatta eingeteilt war und dem man ein Schlauchboot, dessen Luftspeichervermögen ein andauerndes Pumpen erforderte, stellte dem ÖSV Management ein schlechtes Zeugnis aus. Nachdem der Finanzreferent des ÖSV jedoch Besserung versprach wurde dieser Managementfehler zur Zufriedenheit Tiroler Funktionärs zu den Akten gelegt.
Nach dem Bericht dieses Funktionärs scheint es mir, dass das Management, welches u.a auch mitverantwortlich für das Fiasko der ISAF WM zeichnet, nicht wirklich etwas dazugelernt hat. Hier sind nicht die Vereine und / Funktionäre die auf den Wettkampf-Bahnen im Einsatz waren am Pranger, sondern die Funktionäre des ÖSV.
Der 3. Bericht wurde vom Referenten für Leistungssport abgeben. In einem interessanten PowerPoint Vortrag wurden die einzelnen ÖSV Leistungssportler vorgestellt und ihre bzw. die Verbandziele in Hinblick auf die olympischen Spiele in London präzisiert.
Der 4. Bericht behandelte schlussendlich der Prüfungsreferent Hr. SCHINERL Wolfgang, das für Ausbildungsstätten überauswichtige Thema Führerscheinprüfung 2012. Leider erfuhren wir nichts wirklich NEUES.
Am Anfang seines Referates teilte Hr. SCHINERL mit, dass Prüfer des ÖSV die bei einem anderen Verband als Prüfer tätig werden aus dem ÖSV ausgeschlossen werden. Wenn ich also diese Ankündigung richtig verstanden habe und sie war eindeutig so formuliert, werden alle ÖSV-Prüfer, die in Zukunft beim MSVÖ prüfen aus dem ÖSV ausgeschlossen.
Das 2. bemerkenswerte Statement war, dass der zwischenzeitlich überaus freundliche und auf Konsens ausgerichtete Kontakt mit dem MSVÖ die Überlegung anstellen lässt, ob es nicht vernünftig wäre nur einen Verband in Österreich zu haben. Dem Referenten ist es unverständlich, dass es zwischen den Verbänden, angeblich ein gespanntes Verhältnis gegeben hat.
3. Statement: Ist es notwendig, dass es in Österreich für Motorbootfahrer und Segelbootfahrer je einen eigenen Führerschein gibt?
4. Statement: Neues aus dem Bereich des Prüfungswesens:
Derzeit sind folgende Lösungen möglich.
- Kein stattlicher österreichischer Führerschein (angeblich präferiert von einer Beamtenschaft)
- Verbände ÖSV und MSVÖ + andere Gruppierungen, welche die Auflagen des Bundesministeriums für Verkehr erfüllen, bekommen die Prüfungserlaubnis(ÖSV, MSVÖ )
- Via Donau ( bevorzugt durch das Finanzministerium, einer großen kommerziellen Seefahrts- und Segelschule, Wirtschaftskammer)
Resümee
- Die durch Umbenennung von Werbe GesmbH zur Sailing GesmbH mutierten Firma, ist nach meinen Dafürhalten in vielen Punkten unausgegoren und mit den Behörden nicht akkordiert.
- Aufgrund der Beschwerde eines Funktionärs sollte der ÖSV in erster Linie sein Management verbessern und seine Energie nicht in ungewisse Gesellschaften, die schon einmal ein Chaos verursachten, investieren.
- Das möchte ich sehen, dass nur ein einziger Prüfer der beim MSVÖ prüft ausgeschlossen wird. Gerade jetzt wo sooooooo ein gutes Einvernehmen hergestellt ist. Oder hat er jemanden Anderen gemeint? Gesagt hat er jedenfalls nichts!
- Das derzeit freundschaftliche Verhältnis zwischen ÖSV und MSVÖ ist Situationsbezogen und soll man nicht unbedingt ernst nehmen. Es ändert sich sicherlich wieder.
- Über die mögliche Fusion/MSVÖ Auflösung und als mögliche Sektion im ÖSV muss es zwischen den Vorständen Gespräche gegeben haben, denn sonst würde diese Denkanstoß nicht offiziell verbreitet werden. Interessant wäre nur zu wissen ob die Mitglieder der MSVÖ Vereine über diese Geheimverhandlungen informiert wurden. Der YCTM hat jedenfalls keine Mitteilung durch den MSVÖ Hauptausschuss erhalten!
- Die Idee, dass jeder Verband seinen eigenen Führerschein auflegt ist seit jeher ein Dorn im Auge des YCTM gewesen. Somit kann man die mögliche Vereinheitlichung des Führerscheinwesens nur begrüßen. Man kann dem Prüfungsreferenten des ÖSV, der diese Idee sicherlich mit dem Prüfungsreferenten Hrn. Ing. Neubauer abgesprochen hat nur gratulieren. Sehr geehrter Hr. SCHINERL ich darf ihnen hiermit meinen Hochachtung zur Kenntnis bringen. Hoffentlich wird ihre Idee auch von der Via Donau, die so wie man aus gut informierten Kreisen hört wahrscheinlich die neue Prüfungsstelle sein wird, auch umgesetzt.
Heller Peter e.h




