Round Palagruža Cannonball 2011

Österreichs härteste Segelregatta startet am Montag den 18. April 2011

 

Also -  man sollte nicht allzu schnell Wünsche äußern, so fängt die anstrengende Geschichte an. Vor Jahren schon, als wir im Marina Kaffee zusammen gesessen sind und über die Regatta Termine beraten haben habe ich leichtsinniger Weise das Thema RPC aufs Tablett gebracht und heuer hat es sich ergeben, dass Klaus ein Schiff genannt hat und die Mannschaft damit überraschte. Aus familiären und segeltechnischen ( die Herumsteherei bei keinem Wind halten die Nerven von so manchem Stammcrewmitglied nicht mehr aus ) Gründen kam es dazu, dass ein zusammen gewürfeltes Team unter Skipper Klaus Pitter, Kornfeld Josef, Marco Mittermaier (Wache1) , Hermann Schulteiss (Klassenmeister der Hochseestaatsmeisterschaften), Engelbert Prutsch und Erwin Lang (Wache2) teilgenommen hat. Die Vorbereitungen haben schon Monate vor dem eigentlichen Start damit begonnen erstens die Crew zu organisieren, alle nur möglichen Infos zu Wind Wetter Route aufzustöbern. Schlagwort Wetterrouting – man nehme die entsprechende Software, füttere diese mit den Daten der Route, den Gripdaten des Wetters, den Polardaten des Schiffes. Voila und schon zeichnet das Programm den schnellsten Kurs den man fahren sollte – theoretisch – nachdem wir uns versucht haben schlau zu machen wie das denn wirklich geht und Vergleiche zum Vorjahr gezogen haben sind wir aber zur Einsicht gekommen, dass das nicht unbedingt unser Ding ist.

Die Route des Round Palagruža Cannonballs 2011

Biograd – Ugljan (bb.) – Dugi Otok/Golac (bb.) – Gate Biševo/Vis – Palagruža (bb.) – Mljet (bb.) – Korcula (stb.) -Hvar (stb.) – Biograd

Ca. 380 sm nonstop!
Die genannten Inseln sind Bahnmarken.
Zwischen den Bahnmarken kann der Weg frei gewählt werden.
Es steht jedem Skipper frei während der Wettfahrt unter Segel einen Schutzhafen oder eine geschützte Bucht anzulaufen um später die Wettfahrt fortzusetzen.
Die Verwendung der Maschine ist dabei nur für das unmittelbare Hafen- bzw. Ankermanöver erlaubt.

Mit Dosenfutter, Packerlsuppe und einer Unmenge an Schokoriegeln und Getränken im Schiffsrumpf ging es am Samstag zum ersten gemeinsamen Training.

Sonntag – Training, Registrierung der Teams und Eröffnung mit Kaiserschmarr'n.

Montag – Skipperbriefing (wenig Wind vorhergesagt – das kann dauern- spätestens Freitagmittag muss man in Biograd sein, zur Not unter Maschine). Nach einem etwas konfusen Start um 12:12 (Hasenstart – nicht alle wussten was gemeint war)  ging es nach einer Vorlegeboje unter Spinnaker Richtung Norden. Schon beim Runden von Dugi Otok konnte man erkennen wie geschlossen das Feld um die Plätze kämpft – einer wollte abkürzen und hing am Felsen fest und so ging es in die erste Nacht. Unter genauer Einhaltung der Wacheinteilung (4 Std) ging es recht flott Richtung Gate Vis – Bisevo, das wir am (Dienstag) Vormittag erreichten. Der Wind ging hier das erste mal schlafen. Unter Ausnützung jedes Windhauches schlichen wir gen Westen, wenig Hoffnung habend Palagruza noch bei Tageslicht erreichen zu können. Aber es sollte anders kommen. Der Wind frischte auf und unter mehrmaligem Wechsel zwischen Spi, Gennaker, Genua erreichten wir Palagruza kurz vor Sonnenuntergang.

Round Palagruža Cannonball 2011

rechts das Team YCTM

Die ganze Nacht durch hatten wir wunderbaren Segelwind und erreichten bei Sonnenaufgang (Mittwoch) die Südspitze von Mljet. Tja und die Flaute hatte uns wieder, die ersten 6-7 Schiffe der Match42 Klasse waren dann alle in unmittelbarer Nähe. Und da war sie „die Nervenprobe". Wir konnten uns mit einem blauen Auge noch aus der Flaute raushanteln – nichts verloren, nichts gewonnen – bei Einbruch der Nacht ging es ums Nord Huck von Korcula und die Positionslichter unserer unmittelbaren Gegner waren auch wieder in der Nähe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Round Palagruža Cannonball 2011

20.04.2011 21:10

Die letzte Nacht hatte es in sich. Der Wechsel zwischen Windfeldern und Flautenlöchern südlich von Hvar brachte unsere Nerven dem Zerreissen nahe. Als die Sonne aufging (Donnerstag) mussten wir feststellen, dass wir doch einiges eingebüßt hatten, aber aufgegeben wird nur ein Brief.

 

 

 

 

 

Round Palagruža Cannonball 2011

Wir kämpften die nächsten Stunden um wieder Boden gut zu machen bzw an der Meute dran zu bleiben. Bei der Durchfahrt östlich von Kaprije liefen wir auf einen in der Flaute stehenden Pulk auf. In der Hoffung das Flautenloch umsegeln zu können keimte wieder Hoffnung auf eine Platzverbesserung auf. Es kam aber anders. Das Windnix Gebiet dehnte sich in unsere Richtung aus und wir standen und die anderen fuhren auf der anderen Seite mit einer schönen Brise weg. Bei dieser Gelegenheit sind mir die Worte – das halten meine Nerven nicht aus - wieder eingefallen. Mit an der Aussenhaut blank liegenden Nerven mussten wir einmal durchatmen, Zeit hatten wir ja jetzt, da null Wind aus allen Richtungen. Aber irgendwie mit Wind so stark, dass es den aufsteigenden Zigarettenrauch kaum verweht. Wir düsten Richtung Biograd, auf Höhe Murter entschieden wir uns – was im Nachhinein eine geniale Idee war, trotz eines etwas längeren Weges in Landnähe unser Glück zu versuchen und siehe da: bei Spiegelwasser fährt man auch 4Knoten. Uns von einem Windfeld zum anderen hantelnd näherten wir uns fast unscheinbar der vor uns fahrenden (treibenden) Konkurenz an. Auf Höhe Pakostane hatten wir den Rückstand wettgemacht und nun begann der Zielsprint von 7 Schiffen. (Donnerstag Mittag)  Nach 72:49:47 erreichten wir als dritte 35sec. hinter dem zweiten das Ziel, innerhalb von 20 min kamen 7 Schiffe - nach 3 Tagen Tag / Nachtfahren - ins Ziel. Das sind Momente wo mir bei Zieldurchfahrt die Gänsehaut über den Rücken läuft.

Zieldurchfahrt (wir mit gelben Spi) nach 72:49:47

Welch traumhaftes Segelwetter wir in dieser Woche hatten kann man daran ersehen, dass wir obwohl wir immer wieder in der Flaute standen eine Durchschnittsgeschwindigkeit auf den direkten Weg von 5 Knoten geschafft haben. (gesegelte Strecke ca. 7Kn)

Wertung

Bavaria 42 match one design 

 

Start-Nr. Yacht

Skipper / Club / Sponsor / Team

 

1

65
Southampton

Martin Hartl (SCS) – Peter Steinkogler (SCE) / Celox Sailing Team
Gottfried Pössl, Peter Farbowski, Christian Kargl, Simona Höllermann, Christoph Schasching, Harald Wolf

71:17:40

2

64
Solent

Robert Schönbeck (YCRhd) – Stefan Übelhör / Ascherl / Regatta Bodensee
Patrick Maurer, Michael Ewart, Karsten Heinzle, Marcel Mracsek, Martin Eichberger

72:49:12

3

51
Cape Code

Klaus Pitter (YCTM) – Josef Kornfeld (YCTM) / Yachtcharter Pitter
Marco Mittermeir, Engelbert Prutsch, Hermann Schultheiss, Erwin Lang

72:49:47

13

61
Saint Martin

Hubert Pimingstorfer (YCA) – Franz Fasching (IG-Segeln) / Team Lissa1866
Petra Klampfl, Robert Gatter, Helga Rannicher, Herbert Rauherz, Eva Rechberg, Jörg Perchtold

75:31:23

 

Klaus Pitter, Josef Kornfeld, Hermann Schultheiss, Marco Mittermaier, Engelbert Prutsch, Erwin Lang 

Bavaria 47c one design

 

Start-Nr. Yacht

Skipper / Club / Sponsor / Team

 

1

48
Margarita

Jan Smitterberg (YCA) – Rudolf Wallner (YCA)
Hubert Haidn, Erik Himmelsbach, Michael Haberl, Michael Jennewein,
Martin Kausal, Kurt Rieck

75:00:28

2

41
Tequila Sunrise

Andreas Hirczy (NCA) – Philipp Knoch (NCA)
Maximilian Brückner, Peter Brückner, Fachbach Gerald, Hacker Emanuel, Klimann Margit, Tina Lentsch, Strigl Thomas, Wießpeiner Ralf

75:05:47

3

49
Bloody Mary

Markus Auinger (SSCS) – Gregor Winkler (IG-Segeln) / Team Hot-wo-Lee
Günter Feichtinger, Christian Höfler, Herwig Ranger, Roland Sasshofer, Armin W. Rainer

 

 

 

 Sponsoren & Partner

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